Die meisten Handwerksbetriebe verlieren keine Aufträge, weil die Konkurrenz besser arbeitet. Sie verlieren sie, weil ein Interessent auf der Website nicht findet, was er sucht, und nach zehn Sekunden wieder weg ist. Das Ärgerliche daran: Man merkt es nicht. Es klingelt einfach seltener.
Diese fünf Anzeichen sehen wir bei fast jedem Betrieb, der zu uns kommt.
1. Die Seite ist auf dem Handy unbrauchbar
Mehr als zwei Drittel aller Besucher kommen über das Smartphone. Wenn Ihre Seite dort nur eine verkleinerte Version der Desktop-Ansicht zeigt, muss der Besucher zoomen, schieben und raten. Genau das tut niemand, wenn er nur schnell eine Telefonnummer sucht.
Selbsttest: Rufen Sie Ihre Seite auf dem Handy auf. Können Sie die Telefonnummer ohne Zoomen lesen und mit einem Daumen antippen? Wenn nicht, ist das der wichtigste Punkt auf Ihrer Liste.
2. Es dauert länger als drei Sekunden
Ladezeit ist kein technisches Detail, sondern eine Geschäftszahl. Je länger eine Seite braucht, desto mehr Besucher brechen ab, bevor sie überhaupt etwas gesehen haben. Die häufigste Ursache ist banal: unkomprimierte Fotos direkt aus der Kamera, teils mehrere Megabyte groß.
Ein Bild, das auf der Website 800 Pixel breit dargestellt wird, muss nicht in 6.000 Pixel Breite hochgeladen werden. Allein das Verkleinern und Komprimieren der Bilder bringt bei den meisten Seiten mehr als jede andere Maßnahme.
3. Google findet Sie nicht, wenn es darauf ankommt
Interessant ist nicht, ob Sie bei Ihrem Firmennamen gefunden werden. Das funktioniert fast immer. Interessant ist, ob Sie bei dem gefunden werden, was Menschen tatsächlich eingeben: die Leistung plus der Ort.
Selbsttest: Suchen Sie nach Ihrer wichtigsten Leistung und Ihrem Ort, also etwa nach Elektriker Hürth oder Dachdecker Köln Sülz. Wenn Sie sich auf den ersten beiden Ergebnisseiten nicht finden, laufen diese Anfragen an Ihnen vorbei.
Zwei Dinge helfen fast immer: ein gepflegtes Google-Unternehmensprofil mit aktuellen Öffnungszeiten und echten Fotos, und je eine eigene Unterseite pro Hauptleistung statt einer einzigen Seite, auf der alles gleichzeitig steht.
4. Es gibt keinen klaren nächsten Schritt
Viele Seiten erklären ausführlich, was der Betrieb alles kann, und lassen den Besucher dann allein. Kein Formular, kein anklickbarer Telefonlink, die E-Mail-Adresse irgendwo im Impressum.
Auf jeder Unterseite sollte klar sein, was der nächste Schritt ist. Ein Satz genügt: Rufen Sie an, oder schreiben Sie kurz, worum es geht. Wichtig ist, dass die Telefonnummer auf dem Handy ein echter Link ist, der die Wahl startet, und dass ein Formular nicht mehr als fünf Felder hat. Jedes zusätzliche Pflichtfeld kostet Anfragen.
5. Die Seite zeigt Stockfotos statt Ihrer Arbeit
Ein lächelndes Model mit Bauhelm vor weißem Hintergrund sagt über Ihren Betrieb genau nichts. Ihre eigenen Baustellen, Ihr Team, Ihr Fuhrpark: Das ist der Unterschied zwischen einer austauschbaren Seite und einer, die Vertrauen aufbaut.
Sie brauchen dafür keine Profiausrüstung. Ein aktuelles Smartphone bei Tageslicht reicht für den Anfang völlig aus. Wichtiger als Technik ist, dass regelmäßig jemand daran denkt, während der Arbeit ein paar Aufnahmen zu machen.
Womit Sie anfangen sollten
Wenn Sie nicht alles auf einmal angehen wollen, halten Sie sich an diese Reihenfolge:
- Handyansicht prüfen und in Ordnung bringen
- Telefonnummer sichtbar und antippbar machen
- Bilder verkleinern, damit die Seite schneller lädt
- Google-Unternehmensprofil aktualisieren
- Eigene Fotos statt Stockmaterial einbauen
Die ersten drei Punkte sind an einem Nachmittag erledigt und wirken sofort. Alles Weitere kann in Ruhe folgen.