Der häufigste Satz, den wir zu Social Media hören, lautet: Dafür habe ich keine Zeit. Das stimmt auch, wenn man denkt, man müsste täglich posten, auf Trends reagieren und Videos schneiden. Muss man aber nicht.
Für einen Handwerksbetrieb reicht ein Beitrag pro Woche. Entscheidend ist nicht die Menge, sondern dass es überhaupt regelmäßig passiert.
Warum sich der Aufwand lohnt
Social Media ersetzt bei kleinen Betrieben selten die Website als Anfragekanal. Es leistet zwei andere Dinge, die genauso wichtig sind.
Erstens Vertrauen: Wer sich vor einer Anfrage Ihren Kanal ansieht und dort echte Baustellen und echte Gesichter findet, ruft mit einem anderen Gefühl an. Zweitens Personal: Für die Suche nach Mitarbeitern ist ein aktiver Kanal inzwischen wertvoller als die meisten Stellenbörsen. Wer überlegt zu wechseln, schaut sich an, wie es bei Ihnen zugeht.
Der 20-Minuten-Rhythmus
Blocken Sie sich einen festen Termin pro Woche, zum Beispiel Freitagnachmittag. Der Ablauf ist immer derselbe:
- Fünf Minuten: Fotos der Woche vom Handy durchsehen und die drei besten auswählen
- Zehn Minuten: Zwei bis drei Sätze dazu schreiben, was zu sehen ist
- Fünf Minuten: Beitrag veröffentlichen und Kommentare der Vorwoche beantworten
Der eigentliche Trick liegt vorher: Machen Sie sich zur Gewohnheit, während der Arbeit zu fotografieren. Vorher, zwischendurch, nachher. Ohne Bildmaterial wird der Freitagstermin zur Qual, mit Bildmaterial dauert er tatsächlich nur 20 Minuten.
Worüber Sie schreiben können
Die Sorge, nichts Interessantes zu haben, ist fast immer unbegründet. Was für Sie Alltag ist, ist für Außenstehende ungewöhnlich.
- Vorher und nachher, der zuverlässigste Beitrag überhaupt
- Ein Detail, das gut gelöst wurde, mit einer kurzen Erklärung warum
- Ein Werkzeug oder Material und wofür Sie es einsetzen
- Ein neues Teammitglied oder ein Azubi im ersten Monat
- Eine häufige Kundenfrage, kurz beantwortet
- Ein Fehler, den Sie bei anderen immer wieder reparieren müssen
Der letzte Punkt funktioniert besonders gut, weil er echten Nutzen stiftet und ganz nebenbei zeigt, dass Sie wissen, wovon Sie reden.
Welcher Kanal
Einer reicht. Für die meisten Handwerksbetriebe ist Instagram die naheliegende Wahl, weil es auf Bilder ausgelegt ist und die Zielgruppe für die Personalsuche dort unterwegs ist. Facebook lohnt sich vor allem, wenn Sie regional stark verwurzelt sind und lokale Gruppen aktiv sind.
Zwei halb gepflegte Kanäle wirken schlechter als ein gepflegter. Entscheiden Sie sich für einen und bleiben Sie dabei.
Was Sie sich sparen können
Sie brauchen keinen Redaktionsplan über drei Monate, keine Hashtag-Recherche und keine aufwendigen Videoschnitte. Sie brauchen auch nicht auf jeden Trend zu reagieren.
Was Sie brauchen, ist ein wiederkehrender Termin und die Angewohnheit, das Handy auf der Baustelle nicht nur zum Telefonieren zu benutzen.